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Einkommen in Skandinavien

Einkommen in Skandinavien. Wie gut verdient man in Schweden und Norwegen?

Bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne – diese Annahme übers Arbeiten in Skandinavien ist weit verbreitet und auch nicht unbedingt falsch. Aber wie hoch ist das Einkommen in Skandinavien tatsächlich und was bleibt nach den Steuern noch übrig? Lässt es sich gut von einem Gehalt leben? Auf diese Fragen gehen wir in diesem Artikel näher ein. Natürlich ist auch in Skandinavien das Einkommen von Beruf, Erfahrung, Region und, wie fast überall, auch vom Geschlecht ab. Jedes Detail zu besprechen, würde hier den Rahmen sprengen, aber anhand von einigen Beispielen bekommst du im Folgenden einen guten Überblick.

Wie hoch sind typische Gehälter in Schweden?

Der monatliche Durchschnittslohn lag 2024 bei 41.600 SEK, wobei die Gender-Paygap 10,2% betrug. Arbeitnehmer, die eine geringere Ausbildung als die 9-jährige Grundschule abgeschlossen haben, verdienten weniger als die Hälfte als diejenigen mit Universitätsabschluss. Den höchsten Durchschnittslohn gab es in der Region Stockholm mit 46.600 SEK im Monat. Am wenigsten verdiente Arbeitnehmer im nördlichen Mittelschweden; 38.000 SEK monatlich. Der Rest Schwedens unterscheidet sich nur geringfügig voneinander und liegt zwischen 38.300 und 41.000 Kronen – also ca. 270€.

Schauen wir beispielhaft auf zwei, drei Berufsgruppen. ÄrztInnen gehören auch in Schweden zu den Spitzenverdienern. Spezialisten erhielten durchschnittlich 93.000 SEK, AiP-ler immerhin 40.300 SEK. Für KrankenpflegerInnen lag der Durchschnittslohn bei 43.900 SEK, je nach Spezialisierung, zum Beispiel im Bereich Intensiv- oder Anästhesiepflege waren auch bis zu 7000 Kronen monatlich mehr drin. Diplomingenieure der Elektrotechnik verdienten durchschnittlich 55.100 SEK, ein Installations- und Servicetechniker konnte mit einem Monatslohn von 37.700 Kronen rechnen.

Wie hoch der Durchschnittslohn in deinem Beruf in Schweden ist, kannst du auf dieser Seite nachschlagen. Lönestatistik

Wie hoch sind typische Gehälter in Norwegen?

59.370 NOK betrug der norwegische Durchschnittsmonatslohn 2024. Die norwegische Gender-Paygap liegt bei 12,8%. Auch hier unterscheidet sich das Gehalt erheblich zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. KrankenpflegerInnen verdienten durchschnittlich 56.710 Kronen im Monat. Allgemeinmediziner erhielten einen Durchschnittslohn von 84.690 NOK, Spezialisten sogar 102.270 Kronen. Elektriker konnten in Norwegen 2024 mit einem Monatslohn zwischen 47.000 und 52.000 NOK rechnen.

Ein Hinweis zum Durchschnittslohn: Der Wert kann etwas in die Irre führen, da alle Gehälter summiert werden und dann durch die Anzahl der Gehälter geteilt werden. Dadurch entsteht ein recht hoher Wert. In Norwegen verdiente weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer den Durchschnittslohn. Sinnvoller ist es, sich am Median zu orientieren.

Wie unterscheiden sich Netto- und Bruttogehalt in Skandinavien?

In Schweden:

Du zahlst kommunale und staatliche Steuern auf deinen Lohn. Erstere unterscheiden sich mitunter sehr. Je nachdem, wo du in Schweden wohnst, wird also mehr oder weniger von deinem Bruttolohn abgezogen. Ab einer Einkommensgrenze von 455.200 SEK im Jahr zahlst du 20% Einkommenssteuer, ab 509.300 Kronen sind es 25%. Die Kommunalsteuer ist in Schweden höher als in Deutschland. Durchschnittlich liegt sie bei 32%. Ist man Mitglied der Svenska Kyrkan gehen noch einmal 1,03% Kirchensteuer ab.  

In Norwegen:

Hier zahlst du je nach Verdienst zwischen 25 und 35% Steuern auf deinen Bruttolohn. Mit einem Jahresgehalt von 500.000 Kronen gehen ca 27% Steuern ab, bei 800.000 NOK ca. 34%. Auch in Norwegen unterscheiden sich die kommunalen Steuern. Sie liegen zwischen 18,5 und 23,5%. Darüber hinaus gibt es eine fünfstufige Progressionssteuer, die sogenannte Trinnskatt. Bis zu einem Jahreseinkommen von 217.400 Kronen wird sie nicht abgezogen, alles, was darüber liegt zahlt zwischen 1,7 und 17,7%. Dazu kommen 7,8% Sozialversicherungsabgaben.

A propos Steuern und Einkommen: In Skandinavien sind die Löhne transparent. Wenn du wissen möchtest, wie viel deine Chefin oder dein Nachbar im Jahr verdienen, kannst du ohne Weiteres auf die Zahlen zugreifen.

Wie gut kann man vom Gehalt in Skandinavien leben?

Du kennst es wahrscheinlich aus dem Urlaub: Mal eben einen Kaffee trinken, ein Eis essen oder frisches Gemüse einkaufen ist in Skandinavien schnell teuer. Die Lebenshaltungskosten und speziell Lebensmittel sind im Vergleich zu Deutschland hoch. Trotzdem wird dir aufgefallen sein, dass die meisten Schweden und Norweger einen sehr guten Lebensstandard haben. Wie weit du mit deinem norwegischen oder schwedischen Gehalt kommst, ist sehr individuell und hängt davon ab, wo und wie du wohnst, ob du eher sparsam bist oder gerne Luxus genießt, und natürlich ob du nur für dich allein oder für eine Familie sorgen musst. Dabei solltest du aber auch berechnen, welche Kosten dir durch die Steuern erspart bleiben. Als Elternteil musst du in Skandinavien zum Beispiel nicht für Schulbücher, Hefte und Stifte zahlen oder für das Mittagessen in der Schulkantine. Auch das Gesundheitssystem wird von Steuern finanziert und getragen.

Vorbereitung ist alles

Auch wenn die Löhne sich nach Berufsfeld und Region in Skandinavien sehr unterscheiden, lässt sich allgemein festhalten, dass du in Schweden und Norwegen mit deinem Gehalt deinen Lebensunterhalt gut bestreiten kannst. Wie schon in unserem Artikel über Jobchancen in Skandinavien erwähnt, ist deine Expertise wichtig. Als ungelernte Arbeitskraft sind Job- und entsprechend auch deine Verdienstmöglichkeiten sehr begrenzt. Deshalb solltest du dich, bevor du nach Schweden oder Norwegen auswanderst, so gut sprachlich vorbereiten, dass du in deinem gelernten Beruf arbeiten kannst.

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