Wenn du dich schon länger damit beschäftigst, nach Schweden oder Norwegen auszuwandern, bist du bestimmt schon auf Bank-ID oder MinID gestoßen. Was es damit auf sich hat, ob du Bank-ID brauchst, um in Schweden zu leben, und wie du drankommst, erfährst du in diesem Artikel.
In Deutschland sind wir es gewohnt, für jedes Online-Portal ein eigenes kompliziertes Passwort anzulegen. In Skandinavien hat man da eine einfache digitale Lösung. Die Bank-ID. Klingt vielleicht merkwürdig, aber mein weist sich tatsächlich über ein Bankkonto aus. Bevor du allerdings sofort zur nächsten Bankfiliale rennst, um eine Bank-ID zu bekommen, schauen wir auf die Fakten.
Was brauche ich, um eine Bank-ID zu bekommen?
- In Schweden: Voraussetzung ist eine schwedische Personnummer, die dich als Teil der schwedischen Bevölkerung identifiziert. Außerdem benötigst du ein Konto bei einer der beteiligten Banken – das sind so ziemlich alle etablierten schwedischen Kreditinstitute. Zur Beantragung musst du deinen Ausweis mitbringen. Um die Bank-ID später nutzen zu könne, ist außerdem ein Smartphone nötig, um die passende App zu nutzen. Je nach Bank, kann man die Bank-ID übrigens ab 13 oder 18 Jahren beantragen.
- In Norwegen: In Norwegen brauchst du entweder die Personnummer oder die D-Nummer. Letztere bekommst du, wenn dich nur vorübergehend in Norwegen aufhältst und dort arbeitest. Des Weiteren benötigst du ein norwegisches Bankkonto, für die Nutzung ein Smartphone für die App. Und natürlich musst du auch in Norwegen deinen Ausweis mitbringen, wenn du die Bank-ID beantragst. Das kann man je nach Bank ab 13 oder 15 Jahren.
Wofür nutze ich die Bank-ID?
Kurz gesagt: Für die allermeisten Online-Geschäfte. Die Bank-ID gilt als Identifikationsnachweis im digitalen Bereich. Egal, bb du online etwas kaufst, Kindergeld beantragst oder online einen Arzttermin buchst: Wenn du Bank-ID nutzt, benötigst du nicht tausend verschiedene Login-Daten, sondern gibst einfach deine Bank-ID an und bestätigst in der App. Auch um die gängigen Geldtransfer-Apps wie Swish in Schweden, bzw. Vipps in Norwegen zu nutzen, ist die Bank-ID nötig.
Welche Alternativen gibt es?
- In Schweden: Freja+ Auch Freja+ ist ein elektronischer Identitätsnachweis. Größtenteils funktioniert er genauso wie Bank-ID. Allerdings ist die Anzahl der nutzbaren Online-Dienste noch nicht so groß wie die von Bank-ID. Dafür kannst du Freja+ auch zur physischen Identifikation nutzen. Z.B. wenn du ein Paket oder rezeptpflichtige Medizin abholen möchtest. Das geht mit Bank-ID nicht. Freja+ ist besonders dann für dich interessant, wenn du aus irgendeinem Grund kein schwedisches Bankkonto haben kannst oder willst. Das Skatteverket bietet darüber hinaus den AB Svensk Pass an. Er funktioniert ebenso wie Bank-ID und Freja+ für digitale Dienste.
- In Norwegen: MinID, ist das Tool, mit dem viele starten. Es ist gratis und verschafft dir Zugang zu vielen, aber nicht allen, digitalen Diensten. Z.B. kannst du damit die norwegische Studienunterstützung beantragen. Buypass oder Commfides kannst du für alle öffentlichen Dienste nutzen. Beide Varianten funktionieren im Zusammenhang mit einer Smartcard und zugehöriger App bzw. Lesegerät. Commfides ist allerdings nur für Windows-Anwender nutzbar.
Du merkst; in Skandinavien läuft das Meiste bereits digital und vieles ist sehr einfach machbar – vorausgesetzt du bist Teil des Systems. Es ist nicht verpflichtend, einen elektronischen Identitätsnachweis zu nutzen, aber es wird wesentlich komplizierter, deine alltäglichen Dinge zu erledigen. Überlege am Besten, ob und was du online erledigen können willst. Im nächsten Schritt schaust du dann, welches Produkt für dich am praktischsten ist. In Punkto Sicherheit sind Bank-ID und die Alternativen übrigens an vorderster Spitze.

